Die Reisenden

Sören Eberhardt, geb. 1967, versteht sich als Kosmopolit und reist gerne, aber noch viel zu selten. Seine letzten Urlaube haben ihn ins südliche Afrika, in die USA, nach Tunesien und ins Baltikum geführt. Nach Portugal reist er fast jedes Jahr, auch weil in Lissabon ein Teil seiner weit verstreuten Verwandtschaft lebt. Reisen in Europa, so meint er, sind ohnehin eher Picknicks - das Abenteuer beginnt erst dort, wo Sicherheiten und Bequemlichkeiten unserer Gesellschaft nicht mehr hinreichen.

Jürgen Berners, geb. 1967, gilt als Theoretiker des Reisens. Seine Reisen fanden bisher nur in seinem Geiste statt, wenn er mit Hilfe von unzähligen Reiseberichten die Welt (und nicht nur diese) erkundete.
Nun aber hat er sich vorgenommen, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Damit der Schock des Unterwegsseins nicht allzu groß wird, ist die erste Reise zeitlich und örtlich überschaubar (zwei Wochen Lissabon). Aber - so theoretisiert er wieder - ist denn nicht in unserer heutigen Zeit mit den modernen Verkehrsmitteln jeder Ort überschaubar; im eigentlichen Sinne gibt es doch keine unerreichbaren Plätze auf dieser Welt mehr, und jede Reise ist doch eigentlich Urlaub, oder nicht?

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