31.5.2000Malaysia ist ein Vielvölkerstaat. Allein in der Provinz Sabah, in der mich gerade befinde, leben über 30 verschiedene Völker. Sie sprechen zahlreiche verschiedene Sprachen, und zur Verständigung vieler Malayen untereinander wird häufiger auf Englisch als auf die offizielle Landessprache Bahasa Melayu zurückgegriffen. Einen Einblick in die ethnische Vielfalt des Landes konnte ich heute beim Besuch der Feiern zum Pesta Kaamatan, dem Erntedankfest in Sabah, gewinnen. Anläßlich dieses Festes wird übrigens auch eine Schönheitskönigin gewählt...
Wegen der zahlreichen in Malaysia ausgeübten Religionen gibt es im Land übrigens eine unglaublich hohe Zahl an offiziellen Feiertagen - Sabah ist Spitzenreiter mit 18. Weihnachten oder das chinesische Neujahr sind ebenso staatliche Feiertage wie das Ende des Ramadan. Und der Geburtstag des Königs wird selbstverständlich auch gefeiert... ![]() Wir wollen wippen, wippen, wippen! Autor S. Eberhardt und die Extravagant-Redakteure C. Reisner und D. Zemella Eigentlicher Grund für die Fahrt nach Papar aber war die Rückfahrt: Wir wechselten das Transportmittel und stiegen in die einzige Eisenbahn Ost-Malaysias um, die zwischen Kota Kinabalu und Tenom verkehrt. Die äußerst preiswerten Fahrkarten ermächtigen zur Reise in einem Dieselzug, dessen Waggons die Nostalgie jeden deutschen Eisenbahnfreundes wecken müssen. Türen und Fenster der klapprigen alten Wagen stehen offen, der Zug fährt sehr langsam durch die abwechslungsreiche Landschaft. Für die Möglichkeit, eine harmlose Variante des S-Bahn-Surfens auszuprobieren, ist ebenso gesorgt wie für Kontakt zur malaysischen Bevölkerung - ein großartiges Erlebnis. ![]() Zug um Zug durch Malaysia Die North Borneo Railway mit ihren alten Waggons Während die meisten Kinder im Zug versuchten, in die Strcke ragende Zweige und Blätter zu greifen, konzentrierten sich zwei auf ihre merkwürdigen Mitreisenden. Wir waren nicht nur interessant für sie, weil wir Touristen waren, sondern auch unserer Hautfarbe wegen: Weiß gilt in Malaysia als attraktiv, und die Bleiche, die deutsche Touristen im Urlaub gerne verlieren möchten, ist hier ein Schönheitsideal. Die beiden kleinen Malaysier Joey und Evelyne nutzen die Gelegenheit, mal solche Bleichgesichter kennenzulernen, und ließen sich von ihren Eltern schnell ein paar Brocken Englisch beibringen. Wenn sie dann wieder in ihre Muttersprache zurückfielen, fanden sie es doch lustig, daß wir sie nicht verstanden. Für ihre lustige Gesellschaft haben sie aber auf jeden Fall ein Bild im Internet verdient. ![]() "What's your name?" Eine spannende Zugfahrt für diese beiden malaysischen Kindern © S. Eberhardt |
||||||