26.5.2000

Kuala Lumpur strebt zum Himmel. Die Innenstadt kann es wirklich mit der Downtown so mancher US-amerikanischen Stadt aufnehmen, Wolkenkratzer neben Wolkenkratzer ragt in den Himmel (der übrigens nachmittags fast auf die Minute genau seinen Tropenregen prasseln läßt).

Downtown KL

Die Bewohner der Stadt sind stolz auf Kuala Lumpur - fast jeder Taxifahrer erwähnt die höchsten Gebäude und die Superlative. Davon gibt es ja auch einige: Am Merdeka Square, dem Unabhängigkeitsplatz, beispielsweise weht die malaiische Fahne am höchsten Fahnenmast der Welt - 100 Meter ist er hoch.

Fahnenmast am Merdeka Square

Der 1996 fertiggestellte Menara Kuala Lumpur ist mit 421 Metern der vierthöchste Fernsehturm der Welt. Im Kopf des Turmes befindet sich das (Dreh-) Restaurant Seri Angkasa, in dem ich gestern zum Abendessen war.

Der Fernsehturm

Da oben saß ich dann - in stattlichen 256 Metern über der Stadt - bei gutem Essen und konnte die Stadt langsam unter mir vorbeiziehen lassen: Die Tische befinden sich auf einer Drehscheibe, so dass man seinen Platz eigentlich nur verlassen muss, um sich Nachschub am Büffet zu besorgen. Wurde der Ausblick besonders spektulär, stand ich natürlich auch auf und stellte mich auf den festen Rand des Restaurants direkt an die großen nach außen geneigten Scheiben, die einem das Gefühl vermitteln, man schwebe über der Stadt (Hallo, Höhenangst...). Mein Lieblingsanblick von da oben waren die Petronas Twin Towers, denen ich heute einen Besuch abstattete.

Petronas Twin Towers

Die Petronas Towers mit ihren 88 Etagen sind 451,9 Meter hoch und das höchste Gebäude der Welt - je nach Auslegung: Es sind die 63 Meter hohen Masten auf den beiden Türmen, die Petronas Towers über den Sears Tower in Chicago hinausragen lassen, dessen höchstes Stockwerk höher liegt als das der Twin Towers. Solche Spitzfindigkeiten mal außer acht lassend, bietet das Gebäude einfach einen großartigen Anblick. Das Architekturbüro Cesar-Pelli and Associates hat auf Wunsch der malaysischen Regierung dem Gebäude einen unverkennbar islamischen Charakter gegeben und zugleich ein Monument des stürmischen wirtschaftlichen Aufbruchs des Landes geschaffen. Es ist allerdings eine Ironie der Geschichte, das die Petronas Towers erst ein Jahr nach der schweren Rezession in Südostasien fertiggestellt waren.
Leider ist Gebäude nicht öffentlich zugänglich - man muß schon Mitarbeiter der malaysischen Mineralölgesellschaft Petronas sein, um in die oberen Stockwerke zu kommen. Im Sockel des Gebäudes ist die Öffentlichkeit dagegen erwünscht: Hier befindet sich ein großes Einkaufszentrum.

Fahrstuhl im Surya Shopping Center