25.5.2000Fotografischer Prolog: Der Autor vor dem Sultan Abdul Samad Building in Kuala Lumpur, Malaysia, schwitzend (wie man hoffentlich nicht sieht) bei 32 Grad Celsius: ![]() Malaysia - der erste Eindruck. Nein, der allererste Eindruck zählt nicht oder nur wenig: der sehr moderne Flughafen mit seinen klimatisierten Hallen hätte auch noch schöner Schein sein können. Der gut ausgebaute Highway nach Kuala Lumpur aber bekräftigt bereits die eine Aussage, die der Flughafen machte: Malaysia hat den Willen zum Aufbruch in eine moderne und vor allem wohlhabendere Gesellschaft. Das Land ist ganz sicher längst kein Entwicklungsland mehr, sondern eines jener, die man so schön schwammig "Schwellenländer" nennt. Darunter leiden, so ist zumindest mein allererster Eindruck, ein wenig die Traditionen. Fast symbolträchtig erscheint mir eine Aufnahme der Moschee Masjid Jamek, die sich am Zusammenfluß von Gombak und Klang befindet, dem Geburtsort von Kuala Lumpur. ![]() Daß Malaysia so stark vom Islam geprägt ist, hätte ich übrigens bis vor kurzem selbst nicht gewußt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Muslims, und der Islam ist offizielle Religion Malaysias - und das in Südostasien, wo man unbedarft wohl eher eine starke Vertretung des Buddhismus vermuten würde. Den gibt es aber auch, und bei seiner Dokumentierung habe ich mal das Verhältnis von Tradition und Innovation umgedreht: Hier der Tempel Thean Hou vor der Skyline von Kuala Lumpur (über der sich gerade ein tropisches Gewitter zu entladen beginnt): ![]() Der starke Kontrast von Vergangenheit und Zukunft, der sich immer wieder im Angesicht der Stadt findet, wird von weiteren Gegensätzen ergänzt. Malaysia ist ein Land der Heterogenität, auch was seine Bevölkerung angeht. Neben den Malaien, die mit den Stämmen der Ureinwohner als Bumiputra (Söhne des Landes) bezeichnet werden, gibt es sehr viele Chinesen und Inder. Es hat in der Geschichte des Landes auch blutige Konflikte zwischen den Volksgruppen gegeben, aber die Integration scheint im Alltagsleben zu funktionieren. Vielleicht werden die Kinder, die im folgenden Bild zusammen vor dem Nationalmonument posieren, sich nur noch als Malaysier sehen und nicht mehr als Angehörige verschiedener Ethnien. ![]() Das Monument selbst wirkt recht deplatziert - es wurde von einem Amerikaner entworfen, und so sieht es auch aus... ![]() © S. Eberhardt |